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Pressemitteilung

Stellungnahme von SLADO zum queerfeindlichen Übergriff an der Robert-Koch-Realschule

Am vergangenen Donnerstag wurden drei Schülerinnen der Robert-Koch-Realschule in Dortmund von Mitschüler*innen bedrängt, beleidigt und nach eigenen Angaben geschlagen, weil sie in der Schule zum Beginn des Pride Month eine Regenbogenflagge gezeigt haben. Der queerfeindliche Übergriff wurde öffentlich, weil die Bloggerin Wiktoria Philipps ein Video von dem Vorfall auf Instagram gezeigt hat (https://www.instagram.com/p/CelOTXQj7De/ CW: Queerfeindlichkeit). Dass Lehrkräfte in das Geschehen eingegriffen haben, ist nicht ersichtlich. Der Vorstand von SLADO, Dachverband der Schwulen-, Lesben-, Bisexuellen- und Transidentenvereine und -initiativen in Dortmund, erklärt dazu:

„Queerfeindliche Gewalt, und dazu gehören auch Bedrängen und Verächtlichmachen, ist immer inakzeptabel. Der Übergriff an der Robert-Koch-Realschule zeigt, dass noch sehr viel passieren muss, bis Schule ein sicherer Ort für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und andere queere Menschen (LSBTIQ*) ist. Aktuell sind Schulen, auch in Dortmund, häufig kein sicherer Ort für LSBTIQ*. 55 Prozent der lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans* Jugendlichen haben laut einer Studie des Deutschen Jugendinstituts aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität bereits Diskriminierung im schulischen Kontext erfahren, 61 Prozent fürchten sich vor einem Coming-out im schulischen oder beruflichen Kontext.

Wir bewundern den Mut der drei Schülerinnen und sind dankbar für das wichtige Zeichen, das sie gesetzt haben. Wir hoffen, dass sie nach diesen schockierenden Erfahrungen gut betreut werden. Selbstverständlich stehen ihnen die Beratungsangebote unserer Einrichtung Sunrise offen.

Wir fordern, dass dieser traurige Anlass an der Robert-Koch-Realschule genutzt wird, um ihn mit allen beteiligten Schüler*innen pädagogisch aufzuarbeiten. Die Lebensrealität von LSBTIQ*, die vielfach von Diskriminierungserfahrungen geprägt ist, hat bislang keinen festen Platz im schulischen Curriculum. Nach einem solchen Übergriff kann man aber nicht einfach zum Alltag übergehen, sondern muss sich dem Thema stellen.

Fachkräfte an Schulen verfügen in der Regel nicht über Wissen über die Lebensrealität von LSBTIQ* und auch nicht über Strategien, mit denen queerfeindlicher Diskriminierung begegnet werden kann. Üblicherweise gehen einer solch bedrückenden Eskalation wie an der Robert-Koch-Realschule zahlreiche Diskriminierungen und abfällige Bemerkungen im Alltag voraus, denen Fachkräfte an Schulen, aber auch Eltern, aktiv entgegentreten müssen. Hier besteht für die gesamte Dortmunder Schullandschaft dringender Nachhol- und Qualifikationsbedarf, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt."


Quellenangabe: Studie des Deutschen Jugendinstituts: „Coming-out – und dann…?!“ Ein DJI-Forschungsprojekt zur Lebenssituation von lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans* Jugendlichen und jungen Erwachsenen. (2015)

Hier können Sie die Pressemitteilung herunterladen.

Presseanfragen richten Sie bitte an:
SLADO e.V.
E-Mail: presse(at)slado.de

www.slado.de

Herzlich Willkommen im Sunrise!

Liebe junge lesbische, schwule, bi, pan, dem A*Spektrum Zugehörige, trans*, inter*, non-binary, queere Jugendliche und alle, die sich nicht sicher sind oder keine Label für sich benutzen möchten! Liebe Eltern, Lehrer*innen, Pädagog*innen und Interessierte!

Vielleicht ist diese Begrüßung schon etwas verwirrend, weil du nicht alle Wörter, die da stehen, verstehst bzw. weil Sie noch nicht alle Begriffe kennen. Das ist nicht schlimm! Uns ist es wichtig, alle Menschen, die nicht hetero oder nicht cis sind, anzusprechen und einzuschließen. Um darüber hinaus geschlechtliche und sexuelle Vielfalt sichtbar zu machen, benutzen wir die gängigen Selbstbezeichnungen, mit denen sich sowohl die Jugendlichen als auch unser Team selbst beschreiben: lesbisch, schwul, bi, pan, dem A*Spektrum zugehörig, trans*, inter*, non-binary und queer. Oder kurz: LSBPATINQ+. Weiter unten steht, was jeder Begriff bedeutet.

Wir freuen uns sehr über das Interesse am Sunrise, einer Jugendbildungs- und Beratungseinrichtung in Dortmund für alle jungen LSBPATINQ+ Menschen bis 23 Jahre, deren An- und Zugehörige sowie pädagogische Kräfte. Auf dieser Website informieren wir über unser vielfältiges Angebot.

Bei uns können LSBPATINQ+ bis 23 Jahre nachmittags im Offenen Treff vorbeikommen. Außerdem bieten wir den Trans*-Treff und den BIPoC-Treff. für queere Jugendliche of Colour an. Daneben machen wir regelmäßig Projekte. Wir bieten Beratung zu allgemeinen queeren Themen, die LSBPATINQ+-Jugendliche bewegen, aber auch für Eltern und für Fachkräfte. Mit dem Projekt SCHLAU Dortmund leisten wir Antidiskriminierungsarbeit an Schulen und Jugendeinrichtungen.

Was bedeuten die Begriffe?

lesbisch bedeutet, dass sich eine Frau / ein Mädchen (fast) nur zu anderen Frauen bzw. Mädchen sexuell hingezogen fühlt oder sich (fast) nur in andere Frauen bzw. Mädchen verliebt.

schwul heißt, dass sich ein Mann oder Junge (fast) nur zu anderen Männern bzw. Jungen sexuell hingezogen fühlt oder sich (fast) nur in andere Männer bzw. Jungen verliebt.

bisexuelle Menschen verlieben sich in zwei oder mehrere Geschlechter oder finden diese sexuell anziehend. Das muss nicht unbedingt “Mann” und “Frau” sein, sondern jemand kann sich auch bisexuell nennen, weil sie*er z.B. auf Frauen und non-binary Menschen steht.

pansexuelle Leute verlieben sich oder spüren sexuelle Anziehung vollkommen unabhängig vom Geschlecht der Person, oder fühlen sich zu Menschen aller Geschlechter hingezogen.

asexuelle Menschen finden niemanden sexuell anziehend. Manche asexuellen Leute wollen Liebesbeziehungen führen, andere nicht. Wenn sich jemand in niemanden verliebt, wird auch von aromantisch gesprochen. Aromantische Menschen sind nicht immer asexuell. Oft wird auch vom A*Spektrum (engl. aspec) gesprochen.

trans* bedeutet, dass sich die Person nicht mit dem Geschlecht, das nach ihrer Geburt verkündet wurde, identifiziert oder nicht (dauerhaft) in diesem lebt. Es kann also sein, dass die Hebamme sagte: “Es ist ein Junge!” und die Person merkt später, dass sie kein Junge, sondern ein Mädchen ist. Dann ist sie ein trans* Mädchen. Oder die Ärztin meint: “Es ist ein Mädchen!” und der Mensch denkt später, dass weder Mädchen noch Junge richtig passt. Dann ist der Mensch non-binary. Manche non-binary Menschen sehen sich als trans*, andere nicht.

inter heißt, dass ein Mensch aus medizinischer Sicht nicht eindeutig als männlich oder weiblich eingeordnet werden kann. Das kann direkt nach der Geburt festgestellt werden. Oft bemerkt man das aber erst in der Jugend oder wenn der Mensch erwachsen ist.

queer wird manchmal als Sammelbegriff für alles, was gerade erklärt wurde, verwendet. Queer kann aber auch heißen, dass sich der Mensch nicht in Kategorien einfinden will oder kann.